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Zimbabwe 1

Seit einer Woche zurück von unserem Road trip bin ich noch voller neuer Eindrücke. Es startete wie fast nicht zu überbieten mit der Sichtung und Begleitung einer 10-köpfigen Löwenfamilie, kaum waren wir am Montag (um 7.30h früh) in den Chobe National Park eingebogen. Das männliche Tier mit ca. 5 Weibchen und einigen weiblichen Jungtieren lief ganz gemächlich und äusserst pittoresk den Fluss entlang, ganz nahe am Auto vorbei und wir mussten uns schliesslich losreissen, um noch andere Tiere sehen zu können.

Victoria Falls war wie erwartet ein Erlebnis der nassen Art: wir konnten den Beginn der Fälle sehen und fotografieren, dann prasselte die Gischt wie ein starker Regen auf uns runter, Sicht gleich Null. Dank Flo’s ausgeklügelter Plastiktaschentechnik wurden aber unsere Pässe, Geld und Handies nicht nass. Dazu begann dort unsere Shoppingtour, die zwei Wochen nicht wirklich abreissen sollte…abends ein nachträgliches Geburtstagsessen in meinem Lieblingsrestaurant.

Danach dann südwärts zum Hwange National Park, der auch über die Grenze bis Botswana reicht und ebenfalls eine dichte Tierwelt aufweist. Wir leisteten uns einen “Sunrise-drive” (wieder früh aufstehen), genossen die wunderbare, etwas hügelige Landschaft und trafen schliesslich auf eine Gruppe sehr nervöser Elefanten. Es waren Männchen, die ganz aufgeregt und im Galopp übers Feld liefen und laut trompeteten. In der Luft hing ein starker Geruch, den ich so noch nie wahrgenommen hatte. In der Ferne sah man eine weitere grosse Elefantenherde auch im Stechschritt das Weite suchen. Unser (sehr guter) Führer hielt Abstand und meinte, die seien extrem nervös und wahrscheinlich sei in der Nacht etwas vorgefallen. Dies bestätigte sich später, Löwen hatten einen der Elefanten aus der Gruppe gerissen.

Weiter ging es nach Bulawayo, der zweit grössten Stadt Zimbabwe’s. Ausser einem netten kolonialen Stadtkern gab es nicht viel zu sehen und wir verbrachten lieber einen Tag im Matopo National Park. Dort liegt Cecil Rhodes begraben, der dem früheren Rhodesien den Namen gab. Er liegt an seinem Lieblingsplatz hoch oben auf einem Hügel, von dem man eine wunderbare Rundsicht hat. Wunderschöne, etwas mystische Landschaft mit eben diesen runden, steinigen Hügeln, dazwischen viel Grün, Flüsse, ein Stausee und auch viel Höhlenmalerei, die wir uns anschauten. Es hat uns sehr gut gefallen dort.

Dann nach “Great Zimbabwe”, dem Ursprung des heutigen Zimbabwe (das Wort heisst “Häuser aus Stein”), in dem die Könige eines grossen Reiches bis ins 14. Jahrhundert lebten. Die grosse Steinmauer und der konische Turm um das Reich der Königin gehört anscheinend nach den ägyptischen Pyramiden, der chinesischen Mauer, Macchu Picchu zu den bedeutendsten antiken Bauwerken der Welt. Wir leisteten uns zwei Nächte im wunderschönen Hotel “Lodge at the Ancient City” und legten auch einen Ruhetag ein.

Wir waren zeitlich so gut dran, dass wir beschlossen, noch weiter gen Süden zum Gonarezhou NP zu fahren, der im Reiseführer als Geheimtipp gehandelt wurde. Eine gute Entscheidung. Wir wussten zwar bis zuletzt nicht, ob es neben den Zeltplätzen auch Unterkünfte gab (wir hatten ja keine Zeltausrüstung dabei), wurden dann aber mit einem festen Zelt mit Bad und Terrasse belohnt, von der die Aussicht spektakulär war. Es war Sundowner Zeit und wie um uns zu begrüssen spazierte ein Elefant dem Ufer entlang, ein riesiges Krokodil sonnte sich und die Nilpferde schnaubten im Fluss direkt vor unserem Zelt - fantastisch!

Nächsten Morgen früh auf (!) und dem Fluss entlang bis zu wunderschönen Kreidefelsen. Wir waren ganz allein im Park und genossen die Ruhe, den Sonnenaufgang und die Aussicht. Danach gen Norden über Chipinge nach Mutare, einer netten Kleinstadt im fruchtbaren Osten des Landes, Grenzort zu Moçambique. Ausflug in die Bananen- und Teeplantagen und auch nach Norden in das Honde Tal, wo Kiefern und andere Nadelbäume angepflanzt werden zu Holzgewinnung.

Letztlich dann am Donnerstag nach Harare, wo ich meinen Kollegen Carter traf, den ich in Indien betreut hatte. Er musste uns unbedingt seine ganze Familie vorstellen, Mutter, Schwestern, Bruder etc. Zum Glück waren nicht alle 8 Geschwister erreichbar, aber auch so verbrachten wir viel Zeit im Auto, wurden aber sehr herzlich begrüsst.

Samstag flog Flo von Harare zurück in die Schweiz, ich fuhr früh (!!) zurück nach Victoria Falls und am Sonntag dann die restlichen 3 Stunden nach Katima. Wir waren echt begeistert von diesem wunderschönen und abwechslungsreichen Land. Insgesamt fuhren wir 2700km (ich letztlich 3700km), tageweise abwechselnd, was gut ging.

Ueber Leben und Leute möchte ich gerne nächste Woche berichten.









20.5.18 20:22, kommentieren

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Feiern und Ferien

Die letzte Woche stand im Zeichen der Ferienvorbereitung und natürlich meines Geburtstages. Diese werden hier - wie ich aus vielen Gesprächen ersehe - kaum gefeiert, auch als Kind nicht. Unsere Überzeugung, dass es gut und wichtig ist, wenn ein Kind einmal im Jahr im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, Wünsche frei hat und gefeiert wird, spiegelt natürlich unseren ausgeprägten Individualismus und passt so gar nicht zum hiesigen Familien- und Clanverständnis. Abgesehen davon können sich wohl auch wenige Familien Geschenke leisten, aber es ginge ja auch ohne.

So bin ich denn die Einzige in unserer Abteilung, die Kuchen und Getränke organisiert und man feiert und singt auch gerne mit. Einer meiner Kollegen meinte am Mittwoch, er habe nie realisiert, wie alt er sei, bis man auch hier angefangen habe, die Geburtstage mehr zur Kenntnis zu nehmen. Das hat was! Wir sind ja geradezu besessen vom Alter und müssen uns so ständig mit irgendwelchen Zahlen auseinandersetzen. So hat die Zahl 58 nicht viel mit meiner momentanen Lebenssituation zu tun, wo ich mich nicht wie im “Herbst” meines Lebens fühle, sondern am Anfang eines (Kennen-) Lernprozesses stehe, mehr so wie am Anfang meines Berufslebens. Und wie immer tut es natürlich gut, die erstaunten Gesichter zu sehen, wenn mein Alter genannt wird. Pensionierungsalter ist hier 60 Jahre und jemand meines Alters wirkt auch meist wie kurz vorm “Abtreten”.

Freitag war Übergabetag, auch etwas, was sonst nicht gepflegt wird. Man geht einfach und die Vertretung muss dann sehen, wie sie zurande kommt. Dazu habe ich einen Plan für die vier Praktikanten gemacht, da sie sonst gerne nur rumsitzen und im internet surfen. Keiner käme, um nach Arbeit zu fragen. Aber keiner (ausser mir) stört sich auch an dieser tiefen Arbeitsmotivation. Wenigstens bekommen sie kein Geld fürs Rumsitzen Aber da wir noch soviel alte Unterlagen aufzuarbeiten haben, gäbe es eigentlich genug zu tun. Ich mache mit aber keine Illusionen: in den kommenden zwei Wochen gibt es hier drei Feiertage, da wird es mit der Arbeit eh nicht soweit her sein. Deshalb habe ich auch frei genommen.

Gestern Samstags bin ich früh gen Botswana aufgebrochen, um mittags meine Nichte Florence am Flughafen Kasane abzuholen. Alles klappte wunderbar, Gepäck kam mit und wir sind wieder zurück nach Katima gefahren. Heute Ruhetag, “Stadtbesichtigung”, und morgen dann Abfahrt wieder in die gleiche Richtung, diesmal aber bis Victoria Falls, Zimbabwe. Dort werden wir die Wasserfälle buchstäblich auf dem Höhepunkt des Flusses sehen bzw. wahrscheinlich nicht viel sehen, sondern nur enorme Wassermassen in der Luft und auf uns runter regnen sehen.
Wir bleiben dann zwei Wochen im Land, bis Florence am 12.5. von Harare abfliegt. Wir beide kennen Zimbabwe nicht und sind sehr gespannt. Es soll landschaftlich sehr reizvoll und variantenreich sein, wirtschaftlich natürlich nach wie vor am Boden. Also genug Bargeld und einen extra Kanister Benzin mitnehmen. Aufs Zelten wollen wir verzichten und haben auch von Kennern des Landes gehört, dass es kein Problem ist, kleine Gasthäuser zu finden. Heute haben wir eine Grobplanung gemacht mit zwei Hotelbuchungen, die uns zentral erschienen und freuen uns nun sehr auf die Reise.

Ich werde mich daher die kommenden zwei Sonntage nicht melden, dann aber viel zu berichten haben…

29.4.18 21:56, kommentieren