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Preisvergleich

Als ich nach Afrika kam dachte ich, dass es genau so günstig sei wie Asien, etwa Indien. Dies war ein Trugschluss. Ich möchte euch gerne ein paar Preisbeispiele geben, damit ihr euch ein Bild von den Lebenshaltungskosten machen könnt. Preise für Touristen sind dann nochmals etwas anderes.

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist freut man sich erst einmal über den Benzinpreis: 0,75CHF (10N$) pro Liter, das ist doch was. Allerdings sind die Distanzen ja auch entsprechend weiter. Mietpreise sind, wie in jedem Land, sehr unterschiedlich. Windhoek wir teurer und teurer, meine Kollegen dort stöhnen und berichten über m2 Preise von über 20CHF in guten Gegenden. Ich zahle für meine knapp 40m2 3000N$, also 225CHF im Monat (inkl. Strom und Wasser). Mein Internet (wimax 2048k) kostet mich mit einem Dreijahresvertrag 650N£, also knapp 50CHF/Monat. Dort, wo es Glasfaserkabel gibt wird es natürlich teurer, fast 80CHF/Monat.

Über Möbelpreise kann ich nicht viel schreiben, Haushaltgeräte und Geschirr scheinen mir günstig. Ich habe gerade im Ausverkauf vier schöne Kaffeebecher für 1.50CHF gekauft. Im Supermarkt hingegen gibt es recht grosse Unterschiede, je nachdem, wo der Artikel herkommt. Namibisch sind alle Milchprodukte: ein Liter Milch kostet mit 18N$/1,40CHF fast so viel wie bei uns. Ein Liter Naturjoghurt kostet 1,90CHF, 6 kleine Joghurt (die aber nicht gut, da sehr künstlich aromatisiert sind) 2CHF. Eier sind billig, 6 extra grosse nur 1.20CHF. Käse hingegen eher teuer, da meist importiert: Ein Stück eingeschweisster Mozzarella (ziemlich gummig) 50N$, fast 4CHF, eine Büchse mit 4 Scheiben Fetakäse 55N$.

Internationale Marken wie Nescafe ((200g 100N$/5.50CHF) oder Olivenöl (gleicher Preis) sind teuer, aber zum Glück erhältlich. Attraktiver wird’s bei den Frucht- und Gemüsepreisen (fast alles aus Südafrika): eine Mango 70Rappen, eine grosse Papaya 3,80CHF, kernlose Trauben 1kg 1,90CHF, 1kg Aepfel oder 1kg Rüebli 1,40CHF, eine Avocado ein Franken. Brot ist billig, ein gutes Sauerteigbrot (heisst “Berliner Brot”) kostet nur 1CHF.

Und noch schöner, man weiss es, ist es, hier Fleisch einzukaufen: ein Kilo bestes Sirloin Steak kostet knapp 100N$, also 7,50CHF. Das heisst, wenn ich mir ein mittelgrosses Steak für 200g kaufe zahle ich gerade einmal 1,50CHF! Und das ist das teure Fleisch. Oft kaufe ich Rinderhackfleisch, da kostet das Kilo noch 63N$/4,80CHF, oder die leckeren “Boerewors”, mit Koriander und Muskat gewürzte lange, dünne Würste (6CHF/kg). Lamm und Schwein sind günstiger, Fisch habe ich ehrlich gesagt noch keinen frischen gekauft, das werde ich bald nachholen.

Das klingt jetzt vielleicht alles nicht allzu teuer, aber wenn man die Preise mit denen der Schweiz vergleicht und die Unterschiede in Bezug setzt zu den Kaufkraftunterschieden, dann sieht man, dass es wirklich kein billiges Leben ist hier. Und da ich ja keinen Schweizer Lohn verdiene schaue ich schon, was ich wo kaufe. Wenn ich z.B. in das kleine Cafe gehe, wo ich am Anfang immer mittags das internet genutzt habe, und einen einfachen kleinen Thunfischsalat bestelle, kostet der über 7CHF. Dazu ein Getränk und man ist fast bei 10CHF. Und das im Kaff Katima! Das leiste ich mir inzwischen nicht mehr, sondern gehe jeden Mittag nach Hause.

Viele Leute hier ernähren sich aus dem Grunde ungesund (wie ich in ihren Einkaufswagen sehe): viel Brot, Nudeln und v.a. “Pap”, der in Afrika unverzichtbare Maisbrei. Dazu Fleisch, aber wenig Früchte und Gemüse. Entsprechend sieht man überall übergewichtige Erwachsene und Kinder.

Daneben gibt es dann allerdings die ganz arme Bevölkerung in den Dörfern, die täglich X Kilometer zur Schule/zum Holz suchen/zur Arbeit zu Fuss zurücklegt und streichholzdünn ist. Diese kaufen gar nicht in den Supermärkten ein, sondern auf offenen Märkten oder sie leben von dem, was sie selber anbauen. Als ich neulich ein Dreierpaket Papaya kaufte und sah, dass dies zuviel für mich war schenkte ich eine meiner Putzfrau. Diese meinte, das würde die erste Papaya sein, die sie und ihre Kinder essen würden.

23.4.17 13:59

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